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Haus Hennies                                          Kalenderblatt Mai 2022

Den Kothof gründete in der Frühzeit ein Bauer Janze. Er soll ein Verwandter von dem Eigentümer Janze / Frischmuth (Grundstück jetzt Maibaumplatz) gewesen sein, die beide auf Anweisung des Grafen von Bartensleben von Hilkerode nach Sülfeld umgesiedelt worden sind. Leider ist nicht bekannt, wie viele Generationen mit dem Namen Janze den Hof bewirtschaftet haben. Fest steht, dass der letzte Eigentümer "Janze" seinen Hof an seine Tochter vererbte, die den Bauern Heinrich Ühleke geheiratet hat. Die Ühlekes waren als gewählte Bauermeister sehr darauf bedacht, dass nach jedem Holzeinschlag im Bauernholz bei nächster Gelegenheit Nachwuchsbäume verschult wurden. Von Heinrich Wilhelm Daniel Ühleke wird berichtet, er hätte am liebsten die Baumstecklinge übereinander gepflanzt, so hieß es, weil er wusste, welchen Wert Holz zu jener Zeit darstellte. Den Waldbestand hütete er. Als Junge hatte er miterleben müssen, wie mit zerknirschten Zähnen die Väter von der Wegnahme des Eichenwaldbestandes durch Santelmann berichteten. Dies geschah bei der Auflösung (Verkoppelung) und des Verkaufs der Gutsgrundstücke. Heinrich Wilhelm Ühleke vererbte sein Vermögen an seinen Sohn Heinrich Friedrich Georg Ühleke. Ühleke jun. trat in die Fußstapfen seines Vaters. Während Vater Ühleke sich mehr um die Realgemeinde kümmerte, setzte sich der Sohn für die politische Gemeinde ein. Aus diesem Grunde wurde er als sehr junger Mann zum Gemeindevorsteher gewählt. Gleichzeitig war er Standesbeamter in Sülfeld. Das Amt übte der 1866 geborene Ühleke von 1900 bis 1923 aus. Er gab seinen ehrenamtlichen Posten auf, weil unüberbrückbare Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Gemeindeabgeordneten bestanden. Ühleke wurde über 93 Jahre alt (9.2.1866-7.9.1959). Den Hof vererbte Heinrich Ühleke an seine einzige Tochter Sophie, die den Bauern Adolf Wesche, geb. in Hillerse, geheiratet hatte. Adolf Wesche, der als Gutseleve nach Sülfeld kam, hat aufgrund seiner freundlichen Einstellung zu jedermann schon bald einen festen Platz hier in der Gemeinschaft gefunden. Sein Anliegen war es, aus unserem Dorf ein "schönes" Dorf zu machen. Durch sein Vorbild und seine Überzeugungskraft konnte er die Bauern dazu überreden, dass sie ihre auf dem Hof befindlichen Misthaufen mit einer undurchlässigen Mauer umgaben, damit nicht bei jedem Regenschauer das Regenwasser mit Jauche (Gülle) vermischt vom Hof auf die Dorfstraße laufen konnte. Der Gedenkstein auf dem Kreuzberg wurde auf Initiative von Adolf Wesche mit einem Oval aus Bordsteinen umgeben und um die vorhandene Eiche Lindenbäume gepflanzt. Ein besonderes Augenmerk hat Adolf Wesche auf den damaligen Beekteich gerichtet. Es war dies ein unvorstellbarer Schmutzpfuhl in der Dorfmitte. Um die Einebnung und das Zufahren sowie Verrohrung der Beeke hat er sich verdient gemacht. Auch bei der späteren Aufstellung und Ausschmückung des Gedenkplatzes war Wesche aktiv. Wenn die Arbeitslust der anderen erlahmte, verstand es Wesche durch Beispiel und Zureden alle freiwilligen Helfer wieder anzufeuern. So wurde aus einem Sumpfloch eine Zierde des Dorfes. Auch in der Feldmark hat er für viele Verbesserungen gesorgt, obwohl er niemals Real- oder Gemeindevorsteher war. Es entsprach seiner Menschlichkeit, viel Gutes zu tun. Leider ist Adolf Wesche viel zu früh gestorben. Ein Unglücksfall setzte seinem tatkräftigen Leben ein Ende. Den Bauernhof erbte seine älteste Tochter Ilse, die den Bauern Hermann Hennies geheiratet hat. Hennies hat zunächst die Landwirtschaft noch fortgeführt, musste sie dann aber wegen einer Krebserkrankung aufgeben. Hermann Hennies war über mehrere Jahre Bürgermeister von Sülfeld. Den Hof führte seine Frau Ilse nach seinem Tode allein weiter, indem sie sämtliche Ländereien verpachtete. Sie selbst ließ sich in den Sülfeld/Fallersleber Ortsrat wählen und engagierte sich sehr stark ehrenamtlich. Mittlerweile hat Tochter Christine den Hof geerbt.                                    Quelle: Chronik Friedrich Blume

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